Umfrage

Das Konsortium NFDI4Phys wurde mit zwei expliziten Zielen ins Leben gerufen:


•    eine breite, flächendeckende Vertretung der Anliegen aus allen Bereichen der Physik und nahverwandter Gebiete zu schaffen;
•    die Erarbeitung grundlegender und für Faktendaten-Wissenschaften fachübergreifender Standards und Methoden, Forschungsdaten verschiedener Herkunft allgemein zugänglich und (maschinell- und menschen-) interpretierbar zu machen.


Die geplanten Entwicklungsarbeiten werden von theoretischen Konzepten über die Entwicklung praktischer Anwendungen, von Repositorien und zentralen Diensten bis zu Training und Ausbildung reichen. Essenziell wird eine gute Vernetzung zu Anwendern und zu anderen Konsortien sein.


Die genaue Struktur, Ziele und Aufgaben des Konsortiums wollen wir, dem Bedarf entsprechend, mit einem bottom-up-Ansatz definieren.


Eine von unserem Konsortium von März bis Mai 2020 durchgeführte Umfrage war an alle Physikfachbereiche und Institute an Universitäten, Fachhochschulen und den deutschen außeruniversitären Forschungs-einrichtungen (ca. 1200 Adressen) gerichtet. An der Umfrage beteiligten sich ca. 500 Forschende, die einen repräsentativen Querschnitt der ganzen Physik und angrenzender Fächer abbilden. Die Umfrage offenbart besonders ungedeckten Bedarf an Unterstützung beim Forschungsdaten-management (FDM) für Forschende aus der Optik inkl. der Quantenoptik und Spektroskopie, der Festkörper-, Plasma-, sowie der Biophysik. Alternativ:_ Die Auswertung offenbart bei Forschenden aus der Optik, ink. der Quantenoptik und Spektroskopie, der Festkörper-, Plasma-, sowie der Biophysik den anteilig größten Unterstützungsbedarf für Forschungsdatenmanagement (FDM). 


Die Forschungsgruppen geben an, Forschungsdaten aus Laborexperimenten, Beobachtungsmessungen, Simulationen von Modellsystemen und aus algebraischen Berechnungen und Theorie zu erzeugen. Daten liegen in vielfältigen, heterogenen Formaten vor. Neben verschiedendimensionalen numerischen Faktendatensätzen nehmen auch Bild-, Video- und Audiodateien, Software, CAD-Modelle und topologische Darstellungen nennenswerte Anteile ein. Viele Forschende beklagen die Abhängigkeit von proprietären Ausgabeformaten der verwendeten Messgeräte. Die durchgängig digitale Metadatenerhebung ist die Ausnahme: Knapp 60% der durch unsere Umfrage erfassten Arbeitsgruppen dokumentieren Metadaten noch per Hand nach ad-hoc-Schemata und in Papierlaborbüchern. Diese Zahl weist auf ein unmittelbares Potential und auf Gestaltungsspielraum für FDM in der Digitalisierung hin.
Eine Veröffentlichung der detaillierten Auswertung der Umfrage befindet sich in Vorbereitung. Wir werden  auf dieser Seite zu gegebener Zeit darauf verweisen.